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Mit dem Landrat wandern und ins Gespräch kommen

Rund 80 Mitwandernde genießen die herrliche Kulturlandschaft rund um Bischofsreut

Bürgerwanderung 2017

FRG/Bischofsreut. „Überwältigt“ zeigte sich Landrat Sebastian Gruber, der zu seiner zweiten Bürgerwanderung droben bei der Kirche in Bischofsreut zusammen mit Haidmühles Bürgermeisterin Margot Fenzl um die 80 Wanderbegeisterte begrüßen konnte, die sich mit ihm im Gebiet der Bischofsreuter Waldhufen auf die Spuren der ersten Siedler machten.


Auch Pfarrer Markus Krell aus Röhrnbach war dabei, der sich bei dieser Gelegenheit vor seinem bevorstehenden Wechsel nach Tiefenbach aus dem Landkreis verabschieden wollte. Mitwanderer waren auch Bürgermeister Manfred Eibl aus Perlesreut und Bürgermeister Helmut Knaus aus der Nachbargemeinde Philippsreut.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit an der bayerisch-böhmischen Grenze sollte es sein und KuLaMu-Förderverein-Vorsitzender Michael Sellner zeigte schon droben am Oberen Dorf anhand der je sieben Erstsiedlerhäuser auf der linken wie auf der rechten Dorfstraßenseite erste Spuren des auf das Jahr 1705 datierten planmäßigen Siedlungsbeginns an dem vom Haidl herunterführenden Goldenen Steig auf. Hinunter zur kargen „Viahwoid“ führte schließlich auch die lange Prozession der Landrat-Mitwanderer. Heute freilich gibt es dort keine Gemeinschaftsweide mehr, übriggeblieben ist jedoch ein besonders schönes Stück Natur mit historischem Hintergrund und zudem eine der letzten Wacholderheiden des Bayerischen Waldes.

Da drunten gab sich schließlich auch der „Herr Geometer“ (Michael Sellner) die Ehre, der die Wanderer „im Namen seiner hochfürstbischöflichen Eminenz“ im Land der Abtei willkommen hieß .

Weiter und auf engem verwachsenem Weg hinunter führt der Bischofsreuter Flursteig durch den Wald bis hin zum großen Kreuz, wo sich eine eilige Kirchgängerin im schwarzen Gewand beim „Herrn Geometer“ über die lange Messe des Herrn Pfarrers und über die gar langen Wege zur Kirche auslässt.


Richtung Langreut geht der Marsch mit dem Landrat, vorbei am alten und in den UNESCO-Katalog aufgenommenen Wiesenbewässerungs-Graben, wo Mitglieder der Bischofsreuter Theatergruppe erklären, dass das Wasser eben nicht bergauf fließt.

„Bochane Vögl“ gabs dort als Wegzehrung für die Wanderer, um diese historische und wunderschöne Landschaft mit allen Sinnen, also auch mit Schmankerln, wie sie früher von den Bäuerinnen aufs Feld gebracht wurden, genießen zu können.

Und dann hörte man eine Frauengruppe, historisch gekleidet, auf ihrem langen Kirchweg andächtig aus dem Wald heraus beten, um zwischendurch gotteslästerlich Leut’ auszurichten und schließlich ganz unbeeindruckt davon inständig betend wieder weiterzuziehen. Hinauf ging es auf dem „Steig der Artenvielfalt“, über üppig blühende und um diese Jahreszeit noch ungemähte Wiesen und Borstgrasrasen, und der Blick auf die Uhr verriet, dass die für die Wanderung mit dem Landrat angesetzten zwei Stunden in dieser „Bilderbuchlandschaft als Theaterbühne“ wie im Flug vergingen.

Zeit zur gemütlichen Einkehr war es nun, nachdem sich Landrat Sebastian Gruber nach einer letzten Etappe bei den Mitgliedern der Bischofsreuter Theatergruppe, bei den Organisatoren und bei der überwältigenden Anzahl der Mitwanderer bedankt hatte – und so manche, die die Ansage verpasst hatten, waren bei der anschließenden gemütlichen Sitzweil regelrecht überrascht, dass sie der Landrat nach dieser Wanderung auch noch zechfrei hielt.

(Quelle: PNP 23.06.2017)

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