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Titelbild Energie/Klimaschutz

Klimaschutzteilkonzept des Landkreis Freyung-Grafenau

 

Das Projekt

1.Titel des Vorhabens:
Erstellen eines Teilkonzepts zum Aufbau eines integrierten Klimaschutz- und Energiemanagements für die eigen genutzten Liegenschaften des Landkreises Freyung-Grafenau

2. Laufzeit des Vorhabens:
01.08.2015 bis 31.07.2016 (Bewilligungszeitraum)

3. Beteiligte Partner:
Veit Energie Consult GmbH, Lederinstraße 34, 94065 Waldkirchen

 VEIT ENERGIE

4. Förderkennzeichen:
03K00330

5. Ziele und Inhalte des Vorhabens:
Der Landkreis Freyung-Grafenau beabsichtigt ein integriertes kommunales Klimaschutz- und Energiemanagementkonzept für die Gesamtheit der selbstgenutzten Liegenschaften erstellen zu lassen, um die lokalen Potentiale zur Senkung der Emissionen innerhalb der eigenen Liegenschaften im Landkreis Freyung-Grafenau zu ermitteln und durch geeignete Maßnahmen auszuschöpfen. Neben der klimapolitischen Zielsetzung sollen gleichzeitig auch die finanziellen Einsparmöglichkeiten, die sich durch mehr Energieeffizienz im Bereich der Wärmeproduktion und Wärmenutzung, im Elektrizitätsbereich sowie in der Änderung des Nutzerverhaltens erzielen lassen, ermittelt werden.

Projektträger Jülich
https://www.ptj.de/

Fördermittelgeber BMUB
http://www.bmub.bund.de/

Schlussbericht

Erstellen eines Klimaschutzteilkonzepts für die eigenen Liegenschaften des Landkreises Freyung-Grafenau

Beschreibung der Ausgangssituation

Der Landkreis Freyung-Grafenau (ca. 78.122 Einwohner) besitzt und unterhält eine große Zahl von Gebäuden, die öffentlichen Zwecken dienen. Hierzu zählen unter anderem 2 Realschulen, 3 Gymnasien, 3 Verwaltungsgebäude des Landkreises, 3 Berufsschulen, Kreisbauhof, Hallenbäder, Turnhallen. Die Gebäude sind im Durchschnitt 20-50 Jahre alt und entsprechend liegt ihre energetische Qualität in vielen Fällen weit unter den heutigen Ansprüchen und potenziellen Möglichkeiten.

Aufgabenstellung

Die Verwaltung hat sich vorgenommen, die Potenziale zur Einsparung von Energie und zur Verringerung des CO2 – Ausstoßes bei den kommunalen Gebäuden aufzudecken und in einem weiteren Schritt durch geeignete Aktivitäten auszunutzen. Die Verwaltung wurde beauftragt, ein lokales Klimaschutzteilkonzept für den Landkreis Freyung-Grafenau zu erarbeiten. In diesem Rahmen werden nun die o.g. Fördergelder genutzt, um im kommunalen Gebäudebestand Energie und CO2 einzusparen.

Hierfür werden zunächst sowohl die Gebäudetechnik als auch die Bauphysik aller kommunalen Gebäude untersucht. Folgende Anlagen bzw. Bereiche wurden betrachtet:

  • Gebäudehülle (Außenwand, Fenster, Dach)
  • Wärmeerzeugung (Kessel, Verteiler, Regelung, Pumpen)
  • Lüftungstechnik
  • Warmwasserbereitung
  • Elektrotechnik
  • Beleuchtung
  • Einsatz regenerativer Energien

Gebäude gesamt:

Insgesamt wurden 24 Gebäude des Landkreises Freyung-Grafenau untersucht.

Voraussetzungen unter denen das Vorhaben durchgeführt wurde

Für das o.g. Projekt wurden Fördermittel beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit beantragt. Der Landkreis Freyung-Grafenau erhielt daraufhin eine Zuwendung in Höhe von 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben (Förderkennzeichen: 03K00330).

 

 

Planung und Ablauf des Vorhabens

Der Förderzeitraum für das Vorhaben erstreckte sich vom 01.01.2015 bis zum 31.07.2016 und gliederte sich in die folgenden Leistungsbereiche:

  • Grundlagenermittlung
  • Basisdatenbewertung
  • Entwicklung eines Organisationskonzepts
  • Entwicklung eines Controllingkonzepts
  • Gebäudebewertung
  • Feinanalyse
  • Erstellung Schlussbericht

 

Im Rahmen einer Angebotseinholung wurden insgesamt 3 Angebote eingeholt.

Der Auftrag für die Durchführung wurde daraufhin an den wirtschaftlichsten Bieter, die Firma Veit Energie Consult GmbH aus Waldkirchen vergeben.

Wissenschaftlicher und Technischer Stand

In zahlreichen Städten und Gemeinden zeigen erfolgreiche kommunale Energie- und Klimaschutzmanagementsysteme, wie sich die CO2- Emissionen und Energieverbräuche dauerhaft und nachhaltig senken lassen. Eine Vorbildfunktion im Punkto kommunales Klimaschutz- und Energiemanagement nimmt hierbei sicherlich die Stadt Frankfurt am Main ein.

Darüber hinaus bietet diverse Fachliteratur sehr gute Anregungen, wie derartige Konzepte in Kommunen dauerhaft und nachhaltig umgesetzt werden können.

Speziell der Leitfaden „Klimaschutz in Kommunen“ Teil 1 + Teil 2 bieten sehr gute Informationen und Anregungen.

Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen

Die Erstellung des Klimaschutzteilkonzepts erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem neu geschaffenen Sachgebiet 50 (Liegenschaften, Schulen, Energie, Kreiseigener Hochbau).

Im Landkreis Freyung-Grafenau wurde eine Projektgruppe „Klimaschutz- und Energiemanagement“ gebildet, welche die Projektleitung für die Erstellung des Klimaschutzteilkonzepts, sowie die Begleitung des Projekts durchführt und die Koordinierung mit dem externen Fachberater, der Firma Veit, übernommen hat.

In dieser Projektgruppe sind Bedienstete aus dem Sachgebiet 50 vertreten, welche mit den Themen „ Gebäudebewirtschaftung“ und „Klimaschutz“ zu tun haben.

 

Vorgehensweise

Im Rahmen der Grundlagenermittlung wurde zunächst sowohl die Gebäudetechnik als auch die Bauphysik aller kommunalen Gebäude untersucht. Folgende Anlagen bzw. Bereiche wurden betrachtet:

  • Gebäudehülle (Außenwand, Fenster, Dach)
  • Wärmeerzeugung (Kessel, Verteiler, Regelung, Pumpen)
  • Lüftungstechnik
  • Warmwasserbereitung
  • Elektrotechnik
  • Beleuchtung
  • Einsatz regenerativer Energien

Auf Basis dieser Datenermittlung wurden die Verbesserungsvorschläge im nichtinvestiven, geringinvestiven bzw. investiven Bereich ausgearbeitet. Diese Handlungsempfehlungen ermöglichen es dem Landkreis Freyung-Grafenau, konkrete Schritte zur Minimierung der CO2 Emissionen bzw. der Energieverbräuche einzuleiten.

Des Weiteren wurden die Energieverbrauchsdaten für Wärme und Strom ermittelt, dargestellt und verglichen. Darüber hinaus wurde die Basis geschaffen um eine ständige Energieverbrauchserfassung und eine Analyse der Daten vornehmen zu können. Dieses Controlling Konzept ermöglicht es dem Landkreis die Energieverbräuche und CO2 Emissionen dauerhaft und nachhaltig zu reduzieren.

Die Firma Veit Energie Consult hat dann innerhalb des Projektzeitraums den Ist- Zustand der untersuchten Gebäude des Landkreises Freyung-Grafenau ermittelt.

Nach den erfolgten Begehungen, welche im Zeitraum von September 2015 bis Ende Juni 2016 stattgefunden haben, hat die Firma Veit bis Juli 2016 für jedes einzelne Gebäude eine Zusammenfassung erstellt, welche Schwachstellen festgestellt wurden und welche nichtinvestiven, geringinvestiven und investiven Maßnahmen man diesbezüglich vorschlägt bzw. wie man diese vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen soll.

Diese Vorschläge / Feststellungen unseres externen Fachberaters werden im 2. Halbjahr dann in Abstimmungsrunden zwischen der Firma Veit und den dafür Verantwortlichen im Landkreis Freyung-Grafenau ( Sachgebiet 50) diskutiert und die weitere Vorgehensweise bezüglich der zeitlichen Umsetzung, vor allem der nichtinvestiven und geringinvestiven Maßnahmen, entschieden. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden auch dem Bauausschuss vorgestellt. In der regionalen Presse wurde auch sehr ausführlich über dieses Projekt berichtet.

Die nichtinvestiven Maßnahmen werden so schnell wie möglich in Angriff genommen.

Auf Basis dieses Datenmaterials wurde auch ein Organisationskonzept für die Verwaltung entwickelt, das den Klimaschutz-Ansatz dauerhaft in der Verwaltung verankert. Dafür soll eine zusätzliche Stell für Klimaschutzmanagement geschaffen werden.

Die Ergebnisse der einzelnen Teilbereiche mündeten in das Klimaschutzteilkonzept für den Landkreis Freyung-Grafenau.

Zielsetzung des Vorhabens

Unsere Vorhabensziele am Beginn des o.g. Projekts waren folgende:

  • Effizienzgewinne durch Kosteneinsparungen und Datentransparenz
  • Reduzierung des Energieverbrauchs und somit Schonung fossiler Ressourcen
  • Senkung der durch den Energieverbrauch in den eigenen Gebäuden und Anlagen verursachten CO 2-Emissionen
  • Effizienter Einsatz von Energie durch Informationen und Maßnahmen
  • Ökonomische Profitierung durch ökologisch sinnvolles Handeln
  • Überprüfung verkrusteter Strukturen / Neugestaltung eingefahrener Handlungsweisen
  • Nichtmonetäre (Wettbewerbs-) vorteile
  • Positives Öko-Image
  • Effizienzsteigerung durch Erkennen von Schwachstellen
  • Reduzierung von Schnittstellenproblemen
  • Größere Transparenz durch Bündelung von Informationen und Verknüpfung von Regelungen
  • Erleichterung des betrieblichen Ablaufs durch einheitliche Verfahrens- und Arbeitsanweisungen sowie eine regelmäßige Überprüfung

Weitere Schritte

Alle von unserem externen Fachberater festgestellten bzw. vorgeschlagenen nichtinvestiven, geringinvestiven sowie investiven Maßnahmen bezüglich unserer Dienstgebäude wurden in Form standardisierter Maßnahmenblätter in einem eigens dafür eingerichteten Intranet - Portal dokumentiert.

Von den insgesamt ca. 285 Maßnahmen wurden bereits ca. 2 %, vor allem im nichtinvestiven Bereich, umgesetzt. Aktuelle Entwicklungen werden immer wieder nachgetragen.

Die einzelnen Maßnahmen sollen vorbehaltlich der Mittelbereitstellung durch den Bauausschuss / Kreisrat auch in den kommenden Jahren umgesetzt werden.

Hierzu soll die Stelle eines Klimaschutzmanagers beantragt werden.

Ein wesentlicher Bestandteil für den dauerhaften Erfolg unseres kommunalen Klimaschutz- und Energiemanagementsystems liegt in der Veränderung des Nutzerverhaltens aller Beteiligten vor Ort (Verwaltungsmitarbeiter, Führungskräfte, Schüler, Lehrer, Hausmeister, techn. Personal etc.) - hin zu einem sparsamen Umgang mit Wärme, Strom und Wasser.

Um eine dauerhafte Änderung des Nutzerverhaltens herbeiführen zu können, ist eine umfassende Wissensvermittlung an den Personenkreis im Rahmen der Durchführung unseres Klimaschutz- und Energiemanagementsystems zwingend notwendig.

Veröffentlichung

Dieser Schlussbericht des Landkreises Freyung-Grafenau wird im 4 Quartal 2016 im Internet auf der Projekthomepage des Landkreises Freyung-Grafenau veröffentlicht.

Durch diese Veröffentlichungen wollen wir erreichen, dass auch die ca. 78.122 Bürger die Klimaschutzaktivitäten verfolgen und wahrnehmen können und transparent die jeweiligen Tätigkeiten im Bereich Energiemanagement und Klimaschutz darstellen, um einer Vorbildfunktion gerecht zu werden.

Abschließend ist somit festzustellen, dass das Fördervorhaben planmäßig verlaufen ist und die Vorhabensziele erreicht worden sind.

Wir möchten uns deshalb noch einmal beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit bzw. beim Projektträger Jülich für die 50 %ige Förderung des Vorhabens bedanken, da ohne diese Förderung die Vorhabensziele mit Sicherheit nicht erreicht werden können.

Freyung, den 29.07.2016

Sebastian Gruber

Landrat

Was ist Energiemanagement?

Der Aufbau von Organisationsstrukturen im Energiemanagementsystem umfasst Regelungen zu Abläufen und Zuständigkeiten sowie Verantwortlichkeiten, die im Zusammenhang mit dem Energiemanagementsystem stehen.

Die Implementierung eines entsprechenden Energiemanagementsystems kann auf zweierlei Arten erfolgen. Zum einen kann eine eigenständige, von der der bisherigen bestehenden Verwaltungsorganisation losgelöste Energieorganisation implementiert werden. Zum anderen können bereits bestehende Strukturen genutzt werden und an entsprechenden Stellen um Kompetenzen erweitert werden.


Anhand des nachfolgenden Säulenmodells soll der Aufbau eines kommunalen Energiemanagement nochmals verdeutlicht werden.

Basierend auf fundierten Energiekenndaten, bilden die Bereiche

  • Optimierung der Betriebstechnik – z.B. hydraulischer Abgleich, bedarfsgerechte Regelungstechnik
  • Sanierung technischer und baulicher Anlagen – energetische Sanierung
  • Optimierung im Bereich des Tarifwesens (Energieeinkauf, Energiebezug)
  • Änderung des Nutzerverhaltens – Motivation (z.B. Energieeffizienzprojekte an Schulen)
  • Öffentlichkeitsarbeit

die wesentlichen Säulen eines dauerhaften kommunalen Energiemanagement.

Um diese Aufgaben bewältigen zu können, müssen die personellen Ressourcen und Werkzeuge beim Landkreis Freyung-Grafenau für die Durchführung des Energiemanagements und von Klimaschutzprojekten zur Verfügung gestellt werden.

Ziele des Energiemanagement

Ziel des Teilkonzepts „Durchführung eines kommunalen Energiemanagementsystems in allen Liegenschaften des Landkreises Freyung-Grafenau" ist es, eine Planungsgrundlage und ein Steuerungsinstrument (Klimaschutz-Management) zu entwickeln, mit denen die Treibhausgasemissionen und Energiekosten der städtischen Liegenschaften weiterhin dauerhaft gesenkt werden können.

Wie Erfahrungen aus vergleichbaren Landkreisen und Kommunen zeigen, sind alleine durch die Steuerung und Kontrolle der Energieverbräuche, Kosteneinsparungen im Bereich von 15 % und 20 % erreichbar.

Mit dem Teilkonzept „Durchführung eines kommunalen Energiemanagementsystems in den eigenen Liegenschaften des Landkreises Freyung-Grafenau" sollen die Entscheidungsträger in die Lage versetzt werden, die vorhanden Energieeffizienz-Potentiale in den eigenen Liegenschaften schrittweise vollständig auszuschöpfen.

Die aufgezeigten organisatorischen, baulichen und technischen Maßnahmen werden durch eine umfassende interne und externe Öffentlichkeitsarbeit, Multiplikatoren- und Hausmeisterschulungen sowie Informationsveranstaltungen begleitet, um die Nutzer der Gebäude für das Thema Energieeffizienz zu sensibilisieren und dadurch das Nutzerverhalten zu verbessern. Darüber hinaus möchte der Landkreis Freyung-Grafenau seiner Vorbildfunktion gerecht werden und als Multiplikator für die Belange des Klimaschutzes auftreten.

Im Ergebnis stellen die beschriebenen Untersuchungen ein umfassendes Teilkonzept zur Energieeinsparung in den Gebäuden dar, dessen Umsetzung in einer nächsten Phase schrittweise erfolgen soll und dazu verhilft, das Klimaschutzziel der Bundesregierung zu erreichen, nämlich die Verringerung des Treibhausgasausstoßes bis 2020 um 40%.

Gesamtziel des Vorhabens

Der Landkreises Freyung-Grafenau sieht in den Maßnahmen zum Klimaschutz zum einen die Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen und zum anderen eine Möglichkeit den Bewohnern eine weitere Perspektive zu bieten und die regionale Wertschöpfung zu steigern.
Das Klimaschutzteilkonzept stellt einen weiteren Baustein dar, um die Klimaschutzziele des Landkreises Freyung-Grafenau zu erreichen.

Energieeffizienz in Privathaushalten

Alles rund um Energiesparen in Privathaushalten erfahren Sie unter:

http://www.stromeffizienz.de
http://www.energiesparen-im-haushalt.de
http://www.sparpumpe.de/

 

Bilder Fördermittelgeber:

Logos Klimaschutzmanagement

Logo Projektträger Jülich