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SelbsthilfeMit Blumen dankten Geschäftsführer Helmut Denk und Kornelia Thomanek als Leiterin der Selbsthilfekontaktstelle Niederbayern den Organisatorinnen Gaby Auer und Ulrike Nowraty für ihr Engagement. − Fotos: Poxleitner

Zahlreiche Betroffene, Angehörige und Interessierte nutzten die Gelegenheit, um sich über die verschiedensten Selbsthilfegruppen im Landkreis Freyung-Grafenau zu informieren. Der Bayerische Landesverband für die Rehabilitation der Aphasiker e.V. hatte gemeinsam mit den Kliniken Am goldenen Steig den zweiten "Tag der Selbsthilfe im Landkreis Freyung-Grafenau" organisiert.

19 Organisationen waren vor Ort, um ihre Arbeit vorzustellen − von "Seele in Not" über "Polio SHG Bayerwald" bis zur "Diabetiker SHG" boten sie einen Querschnitt der SHGs im Landkreis. Das Organisationsteam, Ulrike Nowraty und Gaby Auer, sowie die Behindertenbeauftragte Petra Poxleitner freuten sich über das große Interesse.

Am Vormittag standen Gedankenaustausch, Informationen, das Sammeln von Erkenntnissen für eine bessere Zusammenarbeit auf dem Programm. Am Nachmittag stießen die angebotenen Vorträge auf großes Interesse.

So unter anderem "Herzkreislauferkrankungen und ihre modernen Therapiemöglichkeiten" von den Referenten Dr. Werner Kühnel und Peter Bomba, Chefärzte der kardiologischen Abteilung am Krankenhaus Grafenau, "Volkskrankheit Tinnitus" von HNO-Facharzt Dr. Reinhold Trägersowie "Umgang mit Arzneimitteln im Alltag" von Dr. Otto Wiederer, Fachapotheker für klinische Pharmazie und Arzneimittelinformation und Leiter der Zentralapotheke der Kliniken am Goldenen Steig.

Dass sie ein großes Herz für die SHG hat zeigte Rosemarie Schreiner aus Haus im Wald. Angesprochen wegen einer Kuchenspende für den SH-Tag, wollte sie die Veranstaltung natürlich unterstützen und erklärte: "Warum nicht mit einem Herz?" Der Jahreszeit entsprechend und nach dem Motto "ein Apfel am Tag ersetzt den Arzt" wurde ein "Apfelkuchenherz für die Selbsthilfe" gebacken. Drei Bäcker haben in 20 Arbeitsstunden aus -zig Kilogramm Teig, 100 Kilogramm Äpfeln und 35 Litern Apfelmus ein acht Quadratmeter großes Apfelkuchenherz gebacken. Gut 800 Stück Apfelkuchen wurden dann für den guten Zweck gegen eine oft recht großzügige Spende verkauft und verspeist.

Gabi Auer begrüßte die zahlreichen Gäste und ermunterte: "19 Gruppen stellen sich vor – seien Sie mutig, gehen Sie auf die Gruppen zu und informieren Sie sich!" Sie freute sich über die rege Teilnahme und stellte das Ziel in dem Mittelpunkt, sich der Bevölkerung vorzustellen. Ihr Dank galt ihrer Kollegin in der Organisation Ulrike Nowraty, der Stadt Grafenau für die Aufnahme im Rathaus und der Kliniken GmbH, die die Veranstaltung sowohl finanziell, als auch mit der "Küche" unterstützt.

Landrat Sebastian Gruber unterstützt das Engagement der SHG, denn "Krankheiten und Probleme sind in der Gruppe leichter aufzuarbeiten."

Kliniken-Geschäftsführer Helmut Denk betonte in seinem Grußwort, dass "Heilen viele Facetten hat" und "mehr als nur Medizin" ist. Die Selbsthilfe stelle mit ihren 70000 und 100000 SHGs einen unverzichtbaren Bestandteil der Gesundheitsversorgung dar.

Aber: Momentan gibt es im Landkreis noch keine Tinnitus-SHG. Das soll sich nach den Vorstellungen der Organisatoren des Selbsthilfetages ändern. Daher war die "Tinnitus SHG Deggendorf" vor Ort, um einer örtlichen Gruppe Anschubhilfe zu geben. Anhand einer Liste konnten sich Interessierte registrieren lassen, mit denen bei Bedarf Kontakt aufgenommen wird. Die SHG Deggendorf zeigte an einem Stand die verschiedenen Arten des Tinnitus auf und stellte anhand von "Hörproben" die vielen Gesichter des "Quälgeistes" vor. Gegen einen kleinen Obolus gab es detailliertes Informationsmaterial. Der Erlös wird der örtlichen Gruppe als "Startkapital" zur Verfügung gestellt, betonten die Verantwortlichen. Sowohl die SHG Deggendorf, als auch HNO-Arzt Dr. Reinhold Träger erklärten, die Entstehung einer örtlichen Gruppe tatkräftig zu unterstützen.

Für die Selbsthilfegruppen war der "Tag der Selbsthilfe" wichtig, um aus der Isolation heraus zu kommen und sich der Öffentlichkeit vorstellen zu können. Ferner konnten Kontakte untereinander geknüpft und vertieft werden. Die Organisatorinnen Gaby Auer und Ulrike Nowraty zeigten sich durch den Erfolg des Tages bestärkt und dankten dem gesamten Team und den Kliniken für die Unterstützung.

Bei der Suche nach der passenden Selbsthilfegruppe hilft "Sekon NdB", die Selbsthilfekontaktstelle Niederbayern. Unter www.selbsthilfe-niederbayern.de sind die meisten organisierten Gruppen zu finden.

SelbsthilfeEinen riesigen Apfelkuchen für den guten Zweck hat Rosemarie Schreiner gebacken.

PNP 16.Oktober 2014
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